Ergebnisse der Bürgerumfrage zur Situation im Ortsteil

Blick auf die leeren Fenster der Hauptstraße 378
Das Haus nach dem Auszug der letzten Mieter

Mit einem Rundschreiben hatte die Bürgerinitiative Strundorf vor einigen Wochen auf ein geplantes Neubauprojekt hingewiesen: Aufgrund seiner Dimension und der diskutierten Nutzungen (u. a. Ausländer- oder Studentenwohnheim) könne es erhebliche Auswirkungen auf die Nachbarschaft haben. – Gleichzeitig wurden die Anwohnerinnen und Anwohner per QR-Code eingeladen, ihre Beschwerden, Beobachtungen und Verbesserungsvorschläge mitzuteilen.

Die eingegangenen Rückmeldungen zeigen ein deutliches Bild: Die Strundorfer stoßen sich an der aktuellen Situation. Viele der in der Umfrage angesprochenen Probleme bestehen seit Jahren – und werden durch weitere Bebauung aus Sicht der Beteiligten verschärft und nicht gelöst.

1. Verkehrssituation und Hauptstraße als Dauerproblem

Eine Petition für Tempo 30 in Strundorf läuft.

70% der Rückmeldungen benennen die Belastung durch Verkehr als zentrales Problem des Ortsteils. Dabei geht es nicht nur um das Verkehrsaufkommen, sondern insbesondere um Geschwindigkeit, Lärm und mangelnde Kontrolle.

Mehrfach wird darauf hingewiesen, dass die Hauptstraße sowie der Kreisverkehr als „Einflugschneise für Raser“ genutzt würden. Anwohner äußern die Sorge, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis es erneut zu schweren Unfällen oder Schäden an Gebäuden komme.

Ein häufig genannter Lösungsansatz ist die Einführung von Tempo 30 auf der Hauptstraße. Zwar wird auch hier betont, dass dies kein Allheilmittel sei, jedoch aus Erfahrung spürbare Verbesserungen bei Lärm, Sicherheit und Aufenthaltsqualität bringen könne.

2. Zustand der Gehwege: gefährlich und barrierefeindlich

Rund 70 Prozent der Rückmeldungen beschreiben den baulichen Zustand der Gehwege entlang der Hauptstraße als problematisch bis gefährlich. Besonders kritisch: durch Baumwurzeln aufgeworfene Asphaltflächen, die kaum sichtbar sind.

Anwohner berichten von wiederholtem Stolpern und sprechen von einer „halsbrecherischen“ Situation – insbesondere für ältere Menschen, Personen mit Geh- oder Sehbehinderungen sowie bei Dunkelheit oder schlechtem Wetter. Aus Sicht der Befragten besteht ein klarer Handlungsbedarf.

3. Parkdruck und zunehmende Fremdnutzung

Parkplätze sind mittlerweile eine Seltenheit

Alle Rückmeldungen thematisieren direkt oder indirekt die angespannte Parkplatzsituation. Abends sei es nahezu täglich unmöglich, einen freien Stellplatz zu finden. Zusätzlich verschärft werde die Lage durch eine zunehmende Zahl gewerblich genutzter Fahrzeuge, die dauerhaft im öffentlichen Raum abgestellt werden – insbesondere entlang der Hauptstraße und angrenzender Straßen.

Mehrere Anwohner betonen ausdrücklich, dass diese Beobachtungen nicht aus persönlichem Eigeninteresse geschildert würden, sondern ein strukturelles Problem darstellten.

4. Müll, Verwahrlosung und fehlende Ordnung

Ein weiterer, wiederkehrender Kritikpunkt ist das Erscheinungsbild des Ortsteils. Genannt werden:

  • achtlos weggeworfener Verpackungsmüll
  • wild abgestellte Abfälle
  • über Wochen nicht abgeholter Sperrmüll
  • ungepflegte Einfahrten und Höfe zur Straße hin

Diese Umstände tragen nach Ansicht der Rückmeldenden zu einem negativen Gesamteindruck bei und begünstigten Vandalismus und Graffiti.

5. Lärmbelästigung durch nächtliche Anlieferungen

Warten Richtung Kürten
Warten Richtung Kürten

Eine Rückmeldung kritisiert sehr konkret die nächtliche Anlieferung im Strundepark, insbesondere bei der dortigen Aldi-Filiale. Zwischen Mitternacht und den frühen Morgenstunden komme es regelmäßig zu erheblicher Lärmbelästigung – durch laufende Motoren und ausgelöste Alarmanlagen.

Versuche, dies direkt mit dem Unternehmen zu klären, seien bislang erfolglos geblieben. Hier wünschen sich Anwohner ein nächtliches Anlieferungsverbot oder klare Zeitfenster (z. B. 0–5 Uhr).

6. Miteinander im Viertel: Wunsch nach mehr Austausch

Neben Kritik äußern Anwohner allerdings auch konstruktive Ideen: Es besteht der Wunsch nach einem gelegentlich organisierten nachbarschaftlichen Miteinander entlang der oberen Hauptstraße – auch wenn Strundorf kein klassisches, geschlossenes Viertel sei.

Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Verdichtung und neuer Bauprojekte sei sozialer Zusammenhalt ein wichtiger Faktor für Lebensqualität.

Fazit

Die Rückmeldungen aus der Umfrage machen deutlich: Strundorf leidet aus Sicht vieler Anwohner unter einer Kombination aus infrastruktureller Vernachlässigung, hoher Verkehrsbelastung und mangelnder Ordnung im öffentlichen Raum. Neue Bauprojekte werden nicht isoliert betrachtet, sondern im Kontext bereits bestehender Probleme – und stoßen genau deshalb auf Skepsis.

Die Bürgerinitiative versteht diese Umfrage als ersten Schritt, die Sorgen und Vorschläge aus dem Ortsteil sichtbar zu machen. Weitere Gespräche mit Politik und Verwaltung – auch mit Blick auf die anstehende Wahl – sind geplant.

Die Bürgerinitiative bedankt sich ausdrücklich bei allen Anwohnerinnen und Anwohnern für die Rückmeldungen und das entgegengebrachte Vertrauen.