Haupt- und Nebenstraßen sind voll - Discounter-Parkplätze aber leer

Plakate in Schildgen - Grummeln in Strundorf

In Schildgen hängen die Beschwerden über die Parkplatznot und die städtischen Entscheidungen schon an den Straßen.

Doch nicht nur dort herrscht Parkplatzmangel. Die Parknot in Strundorf hat sich dramatisch verschärft. Anwohner parken mittlerweile locker 100 Meter entfernt, weil nicht nur die Hauptstraße, sondern auch die Nebenstraßen wie Heiligenstock und Sonnenweg de facto zu Parkplätzen umgewidmet wurden. Taxis und Pizzadienste blockieren die wenigen freien Parkflächen, sondern parken auf Kreuzungen, Bürgersteigen, teils sogar in Einfahrten, Wildparken nimmt zu – oft mit Platzhaltern, um „Fremde“ oder den weniger bekannten Nachbarn fernzuhalten.

Die Lage vor Ort

Vor Ort ist die Situation greifbar. Discounter-Parkplätze im Strundepark, vor allem aber bei Lidl stehen selbst tagsüber in Teilen leer, während deren Kundenströme mit Lärm, Müll und Abgase das Leben für Anwohner extrem belasten. Gewinn und Nutzen für die einen – Lärm, Dreck und Kosten für die Anwohner. 

Aus Sicht des Bürgers privatisieren Stadtverwaltungen und Politik die Kosten einiger weniger Unternehmen auf die örtliche Bürgerschaft. Ob Müllbeseitung/Straßenreinigung, Lärmbelastung, Parkproblem, es fehlt eine konsequente Vorabanalyse der zu erwartenden Belastung und das Erlassen von Auflagen, mit denen diese reduziert werden: Eine systematische Benachteiligung kleiner und nicht-gewerblicher Einwohner.

Gewerblicher Verkehr verschärft das Problem

Gleichzeitig wächst der Druck durch gewerbliche Fahrzeuge in Städtischen Millieus. Der Lieferverkehr ist in Städten um 30–50% gestiegen, Taxis um 12% bundesweit – hier mehr Touren, mehr Transporter.

Strundorf macht da keine Ausnahme. Taxis mit und ohne Zulassung stehen plötzlich auf den lokalen Straßen. Der neu eröffnete Pizzalieferdienst flutet Hauptstraße und Sonnenweg mit seinen Lieferfahrzeugen, parkt nicht nur auf den Parkflächen, sondern in der Kreuzung und sogar in Einfahrten. 

Warten Richtung Kürten

Neubauten verschärfen das Parkproblem

Neubauten, der Ausbau bestehender Häuser, die sogenannte Nachverdigung, machen es schlimmer. Auf Heiligenstock und Sonnenweg sind in den letzten Jahren etliche Neubauten entstanden: Mehrfamilienhäuser verdrängten Ein- und Zweifamilienhäuser und Rasen-/Gartenflächen.

Jede dieser neue Wohneinheit bringt 1,35 Autos mit, ein Trend, der anhält. Bei 50 Einheiten sind das plus 65–70 Fahrzeuge. Die Parkpflicht wird oft umgangen, der Druck verlagert sich auf die Straße. Die Stadtmitte hat in 20 Jahren 7% mehr Einwohner zugelegt – das sind rund 900 zusätzliche Autos insgesamt.

Die Stadt muss handeln

Bergisch Gladbach muss endlich aktiv werden. Die Planung folgt bislang eher dogmatischen Schreibtischkriterien wie festen Stellplatzsätzen oder auch der vielbeschworenen Wohnungsnot, statt sich am tatsächlichen Bedarf der Viertel zu orientieren. Lösungen wie Parkzonen, Anwohnerausweise oder Tiefgaragen fehlen. Aber es braucht auch die Verhandlung mit Supermärkten und Discountern.

Mehr Bürgerbeteiligung vor Ort wäre der Schlüssel – nicht abstrakte Vorgaben.

Wildparken ist nur ein Symptom. Ohne konsequente Maßnahmen wird nicht nur Strundorf noch unattraktiver betroffen ist die ganze Stadt. Was plant die Verwaltung konkret?

Bürgerinitiative Strundorf – Engagement vor der Wahl entscheidend

Angesichts der massiven Auswirkungen für Nachbarschaft, Verkehr und Umwelt hat sich frühzeitig eine Strundorfer Bürgerinitiative gebildet, die das Bauvorhaben kritisch begleitet. Schon vor der Kommunalwahl ist ihr Engagement besonders wichtig, um Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen:

  • Gründung und Vernetzung: Die ersten Treffen der Initiative fanden bereits im August 2025 statt, Monate bevor das Projekt öffentlich diskutiert wurde. Ziel war es, Probleme wie Verkehrsbelastung, Hochwassergefahr und bauliche Verdichtung gemeinsam zu identifizieren und Strategien für das Vorgehen zu entwickeln. (strundetaler.de)

  • Öffentliche Sichtbarkeit: Das Projekt „Strundorfer Monster“ wird im Blog des Strundetaler aufbereitet, um Nachbarn zu informieren und Diskussionen anzustoßen. (strundetaler.de)

  • Dialog mit Politik: Bereits im Spätsommer 2025 forderte die Initiative von lokalen Parteien konkrete Antworten zu Verkehr, Lärm und Hochwasserschutz ein, lange bevor die Wahlentscheidungen getroffen wurden. (in-gl.de)

  • Einbindung der Nachbarschaft: Umfragen und Informationsweitergabe sollen eine breite Beteiligung ermöglichen und die Argumente der Bürger:innen fundiert machen. Das Ziel: eine starke, informierte Position vor der Wahl, um Einfluss auf die Gestaltung des Projekts zu haben.

Fazit: Die Initiative arbeitet strategisch, um bereits vor der Wahl ihre Position zu stärken – ein entscheidender Faktor, um die Dimensionen und Auflagen des Projekts mitzugestalten. Angesichts des bisherigen mangelnden Interesses der breiten Öffentlichkeit ist dieses frühe Engagement besonders wichtig.

Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger:innen

Noch ist das Projekt nicht genehmigt. Möglichkeiten der Einflussnahme:

  • Politische Hebel: Ausschuss und Fraktionen prüfen Einsprüche gemäß § 36a BauGB.

  • Schriftliche Stellungnahmen: Fachlich fundierte Einwendungen zu Verkehr, Hochwasser, Lärm, Stadtbild.

  • Öffentliche Mobilisierung: Bürgerinitiative, Medienberichte und Unterschriftensammlungen nutzen.

  • Auflagen aushandeln: Höhe, Länge, Nutzungsmischung, Stellplätze, Lärmschutz.

Fazit:

Basierend auf Prognosen (6–10 Fahrten/WE, 20–50% Verlagerung): Nebenstraßen werden Ziel-, Quell- und Parkverkehr übernehmen. Vor der Haustür: Dichtes Einparken (keine Lücken, Manöver), höheres Stop-and-go-Lärm (+1–3 dB), sichtbarer Feinstaub auf Autos/Balkonen, Sicherheitsrisiken für Fußgänger (mehr Überqueren). In Stoßzeiten (7–9, 17–19 Uhr) Stau bis 100–200 m, tagsüber Lieferverkehr (2–5/Std.). Langfristig: +15–40% Belastung, vergleichbar Strundepark-Erweiterung.

Ohne Parkmanagement, Tempo 30 oder ÖPNV-Strengthening droht Überlastung. Anwohner fordern Gutachten und LAP-Umsetzung – die Politik muss handeln, bevor Strundorf unerträglich wird.