Vom stillen Unmut zum gemeinsamen Handeln

Der Unmut ist köchelt schon länger, aber meiste im kleinen Kreis. Jetzt setzen sich erstmals sich engagierte Anwohnerinnen und Anwohner aus Strundorf am vergangenen Montag zusammen. Man wollte sich kennenlernen, austauschen und den Grundstein für die Erweiterung der Strundorfer Bürgerinitiative legen.
Ein erstes Treffen mit klarer Haltung
Die Stimmung war offen, konstruktiv und geprägt von einem gemeinsamen Wunsch: Die Anwesenden wollen die die Entwicklung des Ortsteils nicht länger nur von außen beobachten, sondern aktiv und konstruktiv mitgestalten.
Austausch über laufende Projekte und gemeinsame Sorgen

Im Mittelpunkt des Treffens standen das Kennenlernen zum einen, aber auch der Austauch über die laufenden Projekte und Initiativen, mit denen sich einzelne Teilnehmende bereits seit Längerem beschäftigen. Schnell wurde deutlich, dass viele Probleme in Strundorf und den angrenzenden Bereichen von Bergisch Gladbach ähnlich gelagert sind: Sie drehen sich insbesondere um zunehmenden Verkehr, die Stadtplanung und eine fehlende Bürgerbeteiligung.
Neben konkreten Informationen diskutierten die Anwesenden auch Gerüchte und bisher nur vage bekannte Planungen, die in den kommenden Monaten für weiteren Gesprächsbedarf sorgen dürften.
Neubauprojekt Obere Hauptstraße: Parknotstand spitzt sich weiter zu

Ein zentrales Thema des Abends war der geplante Abriss sowie das Neubauprojekt am Strundorfer Kreisel. Nach Ansicht der Anwesenden wird dieses Bauvorhaben zu einer erheblichen Verschärfung des ohnehin angespannten Parkraums im Veedel führen. Schon heute ist die Parkplatzsituation für Anwohner, Besucher und Lieferverkehr problematisch – zusätzliche Wohneinheiten ohne ausreichende Stellplatzkonzepte drohen die Lage weiter zu eskalieren. Schon jetzt kurven die Anwohner selbst tagsüber über Hauptstraße, Heiligenstock und Sonnenweg, auf der Suche nach einem Stellplatz. Der Ausbau der Dachgeschosse an den Mietgebäuden der oberen Hauptstraße hatte bereits in der Vergangenheit den Parkdruck erhöht und war nur durch die Entmietung eines der Gebäude abgefangen worden. Jetzt könnte es kritisch werden:
Studentenwohnheime ohne Parkplätze: Planung an der Realität vorbei

Besonders kritisch wurde der geplante Bau von zwei Studentenwohnheimen gesehen, für die ausschließlich Fahrradstellplätze vorgesehen sind. In der Runde herrschte Einigkeit darüber, dass diese Planung an der Lebensrealität vorbeigeht. Die Annahme, Studierende würden ausschließlich mit dem Fahrrad mobil sein, wurde als weltfremd bezeichnet – nicht zuletzt vor dem Hintergrund begrenzter ÖPNV-Anbindungen, Schichtarbeit, Pendelverkehr und Besucherverkehren.
Konstruktiv statt konfrontativ: Bürgerinitiative will mitgestalten
Die Aktiven waren sich einig: Es geht ihnen nicht um Kritik, sondern vor allem um konstruktive Lösungen. Ziel der neu formierten Bürgerinitiative ist es, Informationen zu bündeln, Transparenz zu schaffen und frühzeitig mit Politik und Verwaltung in den Dialog zu treten. Strundorf soll nicht weiter „mitgeplant“ werden, sondern eine eigene Stimme erhalten.
Strundorf braucht eine eigene Stimme
Zum Abschluss des Treffens wurde vereinbart, den Austausch fortzusetzen. Ein weiterer Termin ist für Anfang Februar geplant, bei dem die bisherigen Erkenntnisse vertieft und erste konkrete Schritte abgestimmt werden sollen.
Großes Interesse und klare Botschaft an Politik und Verwaltung
Das Interesse und die Bereitschaft zur Mitarbeit sind groß, etliche, die nicht kommen konnten, gaben Anregungen mit auf den Weg. – Ein deutliches Zeichen dafür, dass sich viele Strundorferinnen und Strundorfer eine nachhaltige, realitätsnahe und faire Entwicklung ihres Veedels wünschen.
„Jede Stimme zählt“ – Bürgerinitiative lädt zum Mitmachen ein
„Interessenten können sich gerne mit uns in Verbindung setzen. Jede Stimme zählt!“ so Gabi Trautmann von der Bürgerintiative Strundorf: „Einfach anmailen: buergerintiative@strundorf.de“